Pressemeldung  29. März 2023, Ensdorf  – Landschaftsagentur Plus wertet den Lochbach ökologisch auf

Pflanzung einer Linde (v.l.n.r.): Bürgermeister Jörg Wilhelmy, Dr. Michael Drobniewski, Regionalbeauftragter der RAG an der Saar, Petra Berg, Umweltministerin, Michael Boes, Standortleiter LA Plus, Nicole Büsing, Geschäftsführerin der Landschaftsagentur Plus, Sinem Agacik, zuständige Projektleiterin Landschaftsagentur Plus, sowie Markus Kissenbeck, Geschäftsführer Landschaftsagentur Plus.

Damit wird die Ensdorfer Parkanlage noch attraktiver

Die Landschaftsagentur Plus GmbH renaturiert den Lochbach zwischen Ensdorf und Schwalbach auf einer Gesamtlänge von 1,5 Kilometern. Dafür hat sie jetzt im Auftrag der RAG Aktiengesellschaft ein sogenanntes Ökokonto beantragt. Mit diesen vorgezogenen Ausgleichsmaßnahmen für die anstehende Sanierung der Bergehalde Duhamel in Ensdorf leistet die RAG bereits heute in der Region einen Beitrag zur Verbesserung der ökologischen Qualität und der Klimaresilienz des Gewässerlaufes. Die vorlaufenden Planungskosten wurden von der Gemeinde Ensdorf und durch das saarländische Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz finanziert.

„Gewässerrenaturierungen zählen aufgrund der komplexen Anforderung an Planung, Grundstückssicherung, Genehmigung und Bauausführung zu den aufwändigsten Ausgleichsmaßnahmen. Dafür leisten sie mit ihrer multifunktionalen Wirkung einen herausragenden Beitrag für den Natur- und Artenschutz und wirken gleichsam positiv auf die Klima- und Hochwasserresilienz“, betont Nicole Büsing, Geschäftsführerin der Landschaftsagentur Plus. Auch das Landschaftsbild profitiere von solchen Maßnahmen. So seien die positiven Effekte auf die Naherholungsqualität in der Ensdorfer Parkanlage bereits sichtbar.

Davon hat sich Petra Berg, saarländische Umweltministerin, jetzt mit eigenen Augen überzeugt. Gemeinsam mit Jörg Wilhelmy, Bürgermeister der Gemeinde Ensdorf, Nicole Büsing und Markus Kissenbeck, Geschäftsführung der Landschaftsagentur Plus, sowie Dr. Michael Drobniewski, Regionalbeauftragter der RAG an der Saar, Martin Krantz und Rudolf Krumm, beide RAG Montan Immobilien GmbH, stattete sie dem Park hinter dem Rathaus in Ensdorf einen Besuch ab.

„Neben dem ökologischen Aspekt haben wir hier ein hervorragendes Beispiel, wie solch eine Maßnahme einen Beitrag zur Klimafolgeanpassung leistet“, stellt die Ministerin fest. „Eigentliches Ziel dieser Maßnahme ist es, den ökologischen Zustand des Gewässers zu steigern. Dadurch kommt es zu einer Aufwertung  der Lebensraumstrukturen, die zur Aufbesserung der ökologischen Vielfalt und des Artenreichtums beitragen. Schon ein Viertel der saarländischen Gewässer sind ökologisch in einem guten bis sehr guten Zustand. Unser Ziel ist aber, dass die Qualität all unserer Gewässer besser wird.“

Auch Bürgermeister Jörg Wilhelmy sieht positive Zusatzeffekte. „Die Aufenthaltsqualität wird sich deutlich erhöhen. Der Lochbach, den Ensdorfern auch als Weiherbach bekannt, wird viel besser erlebbar und dem Park ein neues Gesicht verleihen“. Kleine Inseln sollen entstehen und Trittsteine werden das Überqueren des Bachlaufs ermöglichen. „Durch die Entscheidung der RAG die Kompensationsverpflichtung im Gemeindegebiet umzusetzen, können wir zusätzlich profitieren“. Wilhelmy erläutert, dass die Gemeinde im Rahmen der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) zur Renaturierung des Lochbachs als berichtspflichtiges Gewässer im Sinne der WRRL verpflichtet war.

„Ziel der Wasserrahmenrichtlinie ist es, Bäche und Flüsse wieder in einen naturnahen Zustand zu versetzen und eine gute Gewässerstruktur wiederherzustellen. Dabei beraten wir die Kommunen, unterstützen sie aber auch finanziell bei den Planungskosten“, ergänzt Ministerin Berg.

„Uns ist es wichtig, Kompensationsmaßnahmen nach Möglichkeit dort vorzunehmen, wo die Eingriffe in Natur und Landschaft notwendig wurden beziehungsweise werden“, bekräftigt Dr. Drobniewski. Grundsätzlich könnten Ausgleichsmaßnahmen auch an anderer Stelle erfolgen. „Doch wir wollen ein verlässlicher Partner sein und mit unserer Arbeit einen Mehrwert für Natur, Umwelt und die Menschen in der jeweiligen Kommune schaffen“, so der Regionalbeauftragte. Darüber hinaus bestehe eine besondere Beziehung zur Gemeinde Ensdorf. Hier hat der RAG Konzern seinen saarländischen Firmensitz auf dem ehemaligen Grubengelände und gemeinsam mit der Kommune und dem Land sei man dabei, etwas Neues für die Tagesanlage und die Halde zu konzipieren.

Neben der Renaturierung unmittelbar im Gewässerbett und der Anlage von Gewässerschlingen werden im weiteren Verlauf des Lochbachs noch Flutmulden eingebaut, die das Gewässer bei Hochwasserereignissen entlasten. Den Waldbereich zwischen Ensdorf und Schwalbach wird die Landschaftsagentur Plus ebenfalls ökologisch aufwerten. Zum Schutz der in diesem Gebiet ansässigen Biber wurde zusätzlich ein Bibermanagement beauftragt. Die Arbeiten sollen im Sommer 2023 abgeschlossen sein, erklärt die zuständige Projektleiterin Sinem Agacik von der LA Plus.

Ökokonto: Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen können bereits ohne konkreten Anlass vorausschauend geplant und umgesetzt werden und in ein sogenanntes Ökokonto eingebucht werden. Sobald Kompensationsverpflichtungen anstehen, können geeignete Maßnahmen abgebucht und zugeordnet werden.

 

Gäste und Gemeinderat: Offizielle Auftaktveranstaltung zur Renaturierung des Lochbachs in Ensdorf. Folgten der Einladung der Landschaftsagentur Plus:  Gemeinderat Ensdorf und Vertreter des Umweltministeriums sowie Vertreter der RAG Aktiengesellschaft und der RAG Montan Immobilien.

Gäste und Gemeinderat: Offizielle Auftaktveranstaltung zur Renaturierung des Lochbachs in Ensdorf. Folgten der Einladung der Landschaftsagentur Plus:  Gemeinderat Ensdorf und Vertreter des Umweltministeriums sowie Vertreter der RAG Aktiengesellschaft und der RAG Montan Immobilien.

Projektbeteiligte (v.l.n.r.): Petra Berg, Umweltministerin, Bürgermeister Jörg Wilhelmy, Regionalbeauftragter Dr. Michael Drobniewski, Markus Kissenbeck und Nicole Büsing, beide Geschäftsführer der Landschaftsagentur Plus GmbH.

Sichtlich viel Freude hatte Ministerin Petra Berg beim Baggerfahren.