Zukunftsaufgabe Grubenwasser

Nach dem Ende der aktiven Steinkohleförderung bleibt die Verantwortung für stillgelegte Gruben und Grubengelände. Die Grubenwasserhaltung ist dabei eine zentrale Aufgabe.

Video: 18 Millionen Kubikmeter Grubenwasser pro Jahr sammeln sich in den alten Grubenanlagen. In der „Zentralen Wasserhaltung Reden“ wird der größte Teil des Grubenwassers nach über Tage gefördert.

Was ist Grubenwasser?

Während der Steinkohlengewinnung ist Grubenwasserhaltung unerlässlich. Versickerndes Regenwasser dringt
in das Grubengebäude ein. Es wird an der tiefsten Stelle gesammelt und nach über Tage gepumpt.

Mehr erfahren

Im Saarland ist neben der Sanierung und Renaturierung übertägiger Gebäude und Gelände vor allem
die Grubenwasserhaltung eine wichtige Aufgabe. Die Wasserhebung wurde bisher nicht eingestellt.
Insgesamt werden im Saarrevier jährlich noch 18 Millionen Kubikmeter Grubenwasser, das als Regenwasser
in die Tiefe sickert und sich in Schächten und Strecken unter Tage sammelt, an fünf Standorten
über Tage gepumpt. Zentraler Standort für die Hebung des Grubenwassers ist Reden.

Impressionen aus der Wasserhaltung Reden

Grubenwasserpumpe am Wasserhaltungsstandort Reden in Schiffweiler

Grubenwasserpumpe am Wasserhaltungsstandort Reden in Schiffweiler.

Grubenwasserpumpen am Wasserhaltungsstandort Reden in Schiffweiler

Grubenwasserpumpe am Wasserhaltungsstandort Reden in Schiffweiler.

Grubenwasserpumpen am Wasserhaltungsstandort Reden in Schiffweiler

Grubenwasserpumpe am Wasserhaltungsstandort Reden in Schiffweiler.

Wasserhaltungsstandort Reden in Schiffweiler

Grubenwasserpumpe am Wasserhaltungsstandort Reden in Schiffweiler.

Konzept zur langfristigen Optimierung der Grubenwasserhaltung

Diesen Zustand ohne betriebliche Notwendigkeit „auf ewig“ aufrechtzuerhalten, ist gegenüber zukünftigen
Generationen weder ökonomisch noch ökologisch zu verantworten. Daher wurde die RAG
Aktiengesellschaft nach dem Erblastenvertrag, den die Kohleländer Nordrhein‐Westfalen und Saarland
mit der RAG‐Stiftung geschlossen haben, verpflichtet, ein „Konzept zur langfristigen Optimierung
der Grubenwasserhaltung“ vorzulegen. Der RAG ist im Erblastenvertrag auch aufgetragen worden,
„jegliche Ewigkeitslasten gemäß den Grundsätzen der gesetzlichen Erforderlichkeit, der Wirtschaftlichkeit,
der Sparsamkeit und der Effizienz durchzuführen“.

Was sieht das Grubenwasserkonzept vor?

Das Grubenwasserkonzept für die Saar sieht einen Anstieg des Grubenwassers in zwei Phasen vor,
sodass es in der Zeit nach 2035 bei Ensdorf die Tagesoberfläche erreicht und in die Saar eingeleitet
werden kann. Dies entlastet Flüsse und Umwelt, spart Energie und Kosten.

Mehr erfahren

Die RAG hat 2014 der saarländischen Landesregierung das angeforderte Grubenwasserkonzept für die Saar vorgelegt. Es sieht vor, das Grubenwasser in zwei Phasen ansteigen zu lassen, bis es schließlich nach 2035 die Tagesoberfläche erreicht und in die Saar eingeleitet werden kann. Zur Umsetzung der Phase 1 dieses Konzepts findet derzeit ein Planfeststellungsverfahren mit Bürgerbeteiligung und Umweltverträglichkeitsprüfung statt.

Grubenwasseranstieg und derzeitiger Wasserstand

Schematische Darstellung des geplanten Grubenwasseranstiegs in den Wasserprovinzen Reden und Duhamel auf -320 m NN (Phase 1 des Grubenwasserkonzepts)

Infografik: Schematische Darstellung des geplanten Grubenwasseranstiegs in den Wasserprovinzen Reden und Duhamel auf -320 m NN (Phase 1 des Grubenwasserkonzepts)

Wie läuft das Genehmigungsverfahren ab?

Das Grubenwasserkonzept der RAG AG ist eine nachhaltige Lösung der Ewigkeitsaufgabe Grubenwasser.
Die Bergbehörden prüfen zurzeit in einem Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung
und Öffentlichkeitsbeteiligung die möglichen Auswirkungen von Phase 1 des Grubenwasserkonzepts der RAG.

Mehr erfahren

Keine Gefährdung von Mensch und Umwelt

Das Grubenwasserkonzept für die Saar ist von der RAG mit Unterstützung renommierter Gutachter
unter der Vorgabe entwickelt worden, dass der geplante Grubenwasseranstieg keine Risiken für
Mensch und Umwelt mit sich bringt. Im Zentrum stand dabei der Trinkwasserschutz.

Ding "Messbecher" und Wasserproben

Mitarbeiter der RAG, Abteilung Umweltschutz an der Einleitstelle des Grubenwassers in den Klinkenbach in Schiffweiler-Reden

Mitarbeiter der RAG, Abteilung Umweltschutz, an der Einleitstelle des Grubenwassers in den Klinkenbach in Schiffweiler-Reden.

Die Proben werden an ein unabhängiges Messlabor geschickt

Die Proben werden an ein unabhängiges Messlabor geschickt.

Vom Teleskopschöpfer geht die Wasserprobe in den Messbecher, von dort in die Probeflaschen.

Vom Teleskopschöpfer geht die Wasserprobe in den Messbecher, von dort in die Probeflaschen.

Zur Ausrüstung der RAG-Mitarbeiter gehören diese beiden Messgeräte: Links ein Leitfähigkeits¬messgerät mit Temperaturmesser. Rechts ein Messgerät zur Bestimmung des pH-Wertes

Zur Ausrüstung der RAG-Mitarbeiter gehören diese beiden Messgeräte: Links ein Leitfähigkeitsmessgerät mit Temperaturmesser. Rechts ein Messgerät zur Bestimmung des pH-Wertes.

Umweltverträglichkeitsprüfung und Öffentlichkeitsbeteiligung

Es ist vorgesehen, in einem Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung und Öffentlichkeit beteiligung alle möglichen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu untersuchen. Nur wenn die Umweltverträglichkeit nachgewiesen wird, kann das Grubenwasserkonzept über ein bergrechtliches
Abschlussbetriebsverfahren zugelassen werden.

Nachhaltige Lösung einer Ewigkeitsaufgabe

Das Konzept zur langfristigen Optimierung der Grubenwasserhaltung an der Saar erfüllt die Anforderungen
der Nachhaltigkeit. Es führt alle wichtigen ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekte zusammen. Dazu zählen Energieeinsparung und Umweltentlastung, Kosteneinsparung, Transparenz, Dialog und Bürgerbeteiligung.