Wandel trifft Tradition: 3. Veranstaltung „Glückauf im Wandel!“ zum Thema Industriekultur

In seiner Eröffnungsrede stellt Gastgeber Markus Masuth, Geschäftsführer der RAG Montan Immobilien, aktuelle Projekte des Unternehmens vor.

Uwe Penth, Regionalbeauftragter der RAG im Saarland, sieht den Strukturwandel als Gemeinschaftsaufgabe.

Vor mehr als 170 Gästen diskutieren Rudolf Krumm, Dr. Oliver Schmitt, Albert Winzent und Ulrich Commerçon (v.l.) mit der Moderatorin Susanne Gaschke über das industrielle Erbe im Saarland.

Ulrich Commerçon, saarländischer Bildungs- und Kulturminister, betont die Wichtigkeit der Kompromissfindung im Umgang mit der Industriekultur.

Tradition und Wandel liegen im Saarland ganz besonders nah beieinander. Dafür steht auch der ehemalige Bergbaustandort Duhamel in Ensdorf: Auf dem traditionsreichen Gelände mit den denkmalgeschützten Anlagen werden heute neue Perspektiven für das Saarland diskutiert. In der RAG-Repräsentanz kamen am 23. August über 170 Gäste zusammen, um an der dritten Veranstaltung der jungen Dialogreihe „Glückauf im Wandel“ teilzunehmen. Diese wurde mit dem traditionellen Netzwerktreffen der RAG Montan Immobilien zusammengelegt – auch hier traf Wandel auf Tradition.

Das Thema des Abends: Industriekultur. Hierzu braucht es Förderer und Macher, die das Erbe von gestern in die Gegenwart bringen. Gleichwohl kann man nicht alles für die Zukunft bewahren. Was ist sinnvoll, was ist realisierbar? Mit dem Konzept der Premiumstandorte haben die Politik, die Wissenschaft und die RAG einen vernünftigen Weg der Priorisierung eingeschlagen. In seiner Eröffnungsrede geht der Gastgeber Markus Masuth, Geschäftsführer der RAG Montan Immobilien, auf die Premiumstandorte ein und stellt auch weitere aktuelle Projekte des Unternehmens vor. Die seien nur dank guter Partnerschaft möglich geworden. Wandel als Gemeinschaftsaufgabe lautet auch eine der Kernthesen von Uwe Penth, Repräsentant der RAG an der Saar. Möglichst vieles bewahren oder nur die besten Ideen entwickeln? Keine Fragen für einfache Antworten.   

Das erfolgreiche Prinzip der Kooperation zeigt sich schön am Beispiel Duhamel. Wie dieser Ort entstanden ist, berichtet der Ensdorfer Bürgermeister Hartwin Faust. Ebenfalls zu Gast: der saarländische Bildungs- und Kulturminister Ulrich Commerçon. Aus seiner Sicht ist es durchaus konstruktiv, mit unterschiedlichen Meinungen um Ergebnisse zu ringen, ein Prinzip unserer Demokratie. Wichtig sei aber immer, verschiedene Rechtsgüter abzuwägen und einen Kompromiss durch einen offenen Dialog zu finden.

Ohne Kompromiss geht es auch nicht bei denkmalgeschützten Objekten. Wie die Erfahrungen von Albert Winzent, Geschäftsführer Neue Energie Saar, zeigen, lässt der Denkmalschutz oftmals keinen Spielraum mehr für die Folgenutzung von Anlagen. Ein anderer Diskutant, Dr. Oliver Schmitt, Geschäftsführer Saar Montan, betrachtet das positiver: Es könne eine richtige win-win-Situation sein, wenn der Investor vom Denkmalschutz begleitet wird und dadurch neue Perspektiven gewinnt. Die verschiedenen Interessen koordinieren und dabei das Gemeinwohl immer im Blick haben, so lautet das Erfolgsrezept von Rudolf Krumm, Prokurist der RAG Montan Immobilien. Als gelungenes Beispiel für die schöne Verbindung von Bürgernutzen ohne hohe öffentliche Kosten nennt Krumm die ehemalige Bergwerksdirektion Saarbrücken, in der heute die Europa-Galerie untergebracht wird.

Die kompakte Diskussionsrunde hat eine erste Annäherung zum Thema Industriekultur gegeben. Wie im Saarland üblich gehören zu den guten Gesprächen auch gutes Essen und gute Musik.